Maria Kulmer Fusswallfahrt0
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+++ Unter "Aktuelles" finden Sie zwei neue Bekanntmachungen - Abschied von Reinhard Gollwitzer als Mitglied der Wallfahrtsleitung + Abschied von Christine & Marco Gollwitzer als Administratoren der Homepage Maria Kulmer Fusswallfahrt +++

 

Unsere Wallfahrt

 

„Wenn der Großvater is in Maria Kulm g´wesen
habm des seine
Urenkel no net vergessen!“

Maria Kulm ist der größte und bekannteste Wallfahrtsort in  Westböhmen. Er liegt auf halben Weg zwischen Eger und Falkenau. In früherer Zeit pilgerten das ganze Jahr hindurch Wallfahrer nach Maria Klum, doch der Hauptkonkurstag war das Pfingstfest. 

 

Alten Beschreibungen nach kamen bis zu 70.000 Wallfahrer aus den Bezirken Eger, Falkenau, Karlsbad, Marienbad, Tepl, Luditz, Plan, Tachau, Mies, Asch, Bischofteinitz, Graslitz, Neudek, St.Joachimstal. Auch aus zahlreichen Orten der Oberpfalz und Oberfranken kamen noch im 19.Jahrhundert alljährlich sehr große Wallfahrtsprozessionen, zu denen sich häufig mehrere Gemeinden zusammentaten.

 

Anfang des 20.Jahrhunderts übernahm Johann Lukas, bekannt als der „Stoabaer von Tröglersricht“ von seinem Vater das Amt des Wallfahrtsleiters aus unserer Gegend.

Alljährlicht führte er am Freitag vor Pfingsten die Wallfahrer von St. Nikolauskirchlein bei Floss nach Loretto bei Altkinsberg. Dort wurde der große Kreuzweg gebeten, in den vielen Kapellen übernachtet und anderntags mit vielen anderen Wallfahrtsgruppen nach Kulm weiter gezogen, wo das Pfingstfest mitgefeiert wurde. Bereits am Sonntagmittag wurde der Rückweg angetreten. Bis heute gibt es das Sprichwort „Leit gibt’s wai z’Pfingsten in Kulm!“

 

Trotz des Wallfahrtsverbots in der NS-Zeit wurde noch 1942 nach Maria Kulm gepilgert. Doch bereits beim Weggang war die Ortspolizei zugegeben. Beim Rückweg musste die Prozession aufgelöst werden und der Stoabauer versteckte sich mit dem „Tröglersrichter Vortragekreuz“ im Wald, um einer drohenden Verhaftung zu entgehen. 1943/44 pilgerte nur noch eine kleine Gruppe ohne Kreuz nach Maria Kulm.

 

Im weiteren Fortgang des Krieges und der anschließenden Zeit des „Eisernen Vorhangs“ konnte die Wallfahrt nach Maria Kulm nicht vorgesetzt werden. Doch allen Besuchern seiner Gaststätte und seinen Enkelkindern erzählte der Stoabauer bis zu seinem Tod 1974 von der Kulmer Wallfahrt.

In weiser Vorraussicht besang er sogar eine Kassette mit den alten Liedern aus der Wallfahrt, und sein Vorbetbuch, mit Tinte in altdeutscher Schrift geschrieben, wurde nebst alten Wallfahrtsdenken von Familie Lukas immer in Ehren gehalten.

So bildet sich zusammen mit den beiden Enkelinnen des Stoabauern gleich nach der Grenzöffnung eine Gruppe, die gemeinsam beschloss, die Wallfahrt nach alter Tradition wieder aufzunehmen. Die gesammelten Wallfahrtsgebete und –lieder wurden neu gefasst, der alte Wallfahrtsweg erkundet. So machte sich im September 1990 die erste Wallfahrtsgruppe mit 30 Teilnehmern von St.Quirin zum böhmischen Hochfest der Gottesmutter „Den Panny Marie“ auf den Weg.

 

Seit 1990 treffen sich nun die Wallfahrer jedes Jahr Ende September / Anfang Oktober in St. Quirin um wieder nach Maria Kulm aufzubrechen. Die Anzahl der Teilnehmer hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verzehnfacht.



Maria Kulmer Fusswahlfahrt    info@mariakulmerfusswallfahrt.de